Aktuell: Saison-Rückblick des JFV Jung-Elstern
20.06.2009
Im vergangenen Sommer gründeten die drei Vereine ASV Bergedorf 85, SC Vier- und Marschlande und TSV Reinbek den JFV Jung-Elstern, der seither von der A- bis zur D-Jugend am Spielbetrieb teilnimmt. Nach der ersten Saison, während der die Reinbeker aus dem JFV ausstiegen, nahm sich Roger Würtz, Zweiter Vorsitzender der „Jung-Elstern“, Zeit für ein Interview mit SportNord ...


SportNord: Am 24. Juni 2008 wurde der JFV Jung-Elstern gegründet. Wie fällt ihr Fazit nach einem knappen Jahr aus?
Roger Würtz: „Zunächst einmal möchte ich mich bei allen Trainer, Betreuern, Verantwortlichen, und nicht zu vergessen den Eltern, für ihr großes Engagement bedanken. Ohne sie alle wäre der doch unerwartet große sportliche Erfolg des JFV Jung-Elstern nicht möglich gewesen. Es war doch eine sehr große Herausforderung, die drei Stammvereine und deren handelnde Personen zusammenzuführen, und das nicht nur im sportlichen Bereich - aber dieses ist uns bis auf die TSV Reinbek doch sehr gut gelungen. Leider hat die TSV Reinbek es nicht verstanden worum es in der Sache, dem leistungsorientiertem Jugendfußball, geht. Zumal drei der vier geschäftsführenden Vorstandsmitglieder, nämlich Mathias Hammer, Norbert Walek und ich, Reinbeker sind. Hier geht es leider nur um die Erhaltung alter Pfründe und nicht um die Sache. Somit ist die TSV Reinbek zwangsläufig aus dem JFV Jung-Elstern ausgestiegen, und daraus resultierend haben wir den FC Bergedorf 85 gegründet.
Nichtsdestotrotz haben wir unsere gesteckten Ziele über das Erhoffte erreicht. Unsere Trainer haben hervorragende Arbeit mit unseren Jungs geleistet. Ich möchte hier auch keinen besonders hervorheben, nur soviel sei gesagt: Es ist schon herausragend, mit welchen Schwierigkeiten wir in dem Gründungsjahr zu kämpfen hatten - zum Beispiel mit den Sportplätzen - aber wir in allen Ligen nicht nur die Klasse halten, sondern auch überall um die Aufstiegsplätze eine gehörige Rolle mitspielen konnten.
Des Weiteren gilt unser Dank an den MSV Hamburg. Dieser Verein hat uns unentgeltlich und ohne zu zögern für unser C-Jugend-Verbandsliga-Team eine Trainings- und Spielstätte zur Verfügung gestellt, als sich die Zusammenarbeit mit der TSV Reinbek als nicht mehr zumutbar darstellte. Das war äußerst vorbildlich!“

SportNord: Langfristiges Ziel ist es, im Junioren-Bereich auf Augenhöhe mit dem Hamburger SV und FC St. Pauli zu kommen. Wo sehen Sie den JFV auf dem Weg dorthin?
Würtz: „Dieses Ziel wollten wir nach drei bis fünf Jahren erreichen. Dass wir nun schon St. Pauli gleich im ersten Jahr eingefangen haben, damit haben wir selbst auch nicht gerechnet. Außer der C-Junioren-Regionalliga spielen wir in der nächsten Saison mit St. Pauli in allen Jahrgängen in denselben Ligen. Um mit dem HSV konkurrieren zu können, bedarf es vielmehr die Unterstützung der Politik. Wir benötigen dringend ein Leistungszentrum in Bergedorf. Dieses wird hoffentlich im Jahr 2010 an den Sander Tannen entstehen. Dazu müssen aber die beiden Grandplätze zu Kunstrasenplätzen umgebaut werden. Als Übergang hoffen wir die Nutzung des neuen Kunstrasens im Billtalstadion zu erhalten. Aber mit jetzt 14 Jugend-Mannschaften mit 40 Trainingseinheiten reicht uns ein Platz bei Weitem nicht - und Grandplätze sind für den Leistungsfußball Kontraproduktiv.“

SportNord: Wie zufrieden sind Sie mit dem Abschneiden der A-Jugend in diesem Jahr?
Würtz: „Hier sind wir ein bisschen zweigespalten. Natürlich hat das Trainerteam um Gerd Dreller hier sehr gute Arbeit gemacht, zumal hier 17 verschiedene Nationen unter einen Hut zu bringen waren - nur war sicherlich ein kleines bisschen mehr möglich. Am Anfang der Saison hatten wir eine Niederlagen-Serie zu verzeichnen, und Dreller hatte Ende September schon sein Amt zur Verfügung stellen wollen. Dieses war für uns aber überhaupt kein Thema, da wir nicht nur sportlich, sondern auch menschlich absolut von der Person Gerd Dreller überzeugt sind und hoffen, dass er uns noch viele Jahre begleiten wird. Gerne hätten wir die Aufstiegsrunde zur A-Junioren-Bundesliga erreicht und nach dem 3:0-Sieg im Pokal-Viertelfinale gegen die Bundesliga-Mannschaft des HSV auch das Pokalfinale. Aber es hat nicht ganz gereicht – und das ist eben Fußball ...“

SportNord: Die 1. B-Jugend steigt als Verbandsliga-Vizemeister in die Regionalliga auf – wie zufrieden sind Sie mit den B-Jugendlichen?
Würtz: „Auch hier gilt es Robert Meyer, der uns leider als Trainer verlässt, aber als Vorstandsmitglied erhalten bleibt, unsere Hochachtung auszudrücken. Meyer hat es über Jahre verstanden, seine Jungs sukzessive zu einer herausragenden Mannschaft im 92ziger-Jahrgang aufzubauen. Trotz immer wiederkehrender Abgabe von Leistungsträgern an den HSV und FC St. Pauli. Man kann dem SC Schwarzenbek nur dazu gratulieren, dass dieser Klub einen Trainer für die nächste Saison verpflichten konnte, der bewiesen hat, dass er eine Mannschaft aufbauen und diese erfolgsorientiert weiterentwickeln kann.
Natürlich ist der unerwartete Aufstieg Motivation und Herausforderung, die Regionalliga nun auch zu halten und gegebenenfalls weiter auszubauen. Langfristig wollen wir schon in der A- und B-Jugend Bundesliga spielen.
Unsere B-Jugend-Bezirksliga-Teams sind leider hinter den Erwartungen geblieben. Das liegt aber auch daran, dass die zweite und dritte B-Jugend als jüngerer Jahrgang ausschließlich gegen 92ziger-Teams gespielt haben. Nun geht es darum, die Leistungsträger in das Regional- und Verbandsliga-Team zu integrieren.“

SportNord: Wie fällt Ihr Fazit für die C-Jugendlichen aus?
Würtz: „Die C-Jugend hat unter der Führung von Andres Gimeno das gesteckte Ziel, die B-Jugend-Verbandsliga zu erspielen, erreicht. Leider hatten wir durch diverse Unstimmigkeiten mit der Reinbeker Vereinsführung und den Platzwarten erhebliche Schwierigkeiten. Doch Gimeno hat es durch unermüdlichen Einsatz immer wieder geschafft, Ruhe zu bewahren, diese auch auf die Mannschaft zu übertragen und erfolgreich Fußball spielen zu lassen. Nun gilt es für den neuen Trainer, Genaro Trama, eine schlagkräftige Truppe für die neue Saison aufzustellen. Zum Glück bleibt Gimeno uns weiterhin mit seiner Erfahrung und Rat und Tat erhalten. In Zukunft nur noch als Spieler-Vater, aber trotzdem als wichtiger Ansprechpartner für die Jungs, die sportliche Leitung der Jung-Elstern und dem Vorstand.“

SportNord: Wie zufrieden sind Sie mit den jüngsten „Jung-Elstern“, den D-Jugendlichen?
Würtz: „In die D-Jugend haben wir sehr viel Entwicklungsarbeit investiert. Peter Bombek als verantwortlicher Trainer hat hier akribisch und mit unglaublichem Einsatz gearbeitet. Für ein Ehrenamt schon viel zu viel. Bombek hat den 96ziger-Jahrgang sehr gut aufgebaut und entwickelt. Er hat in der nächsten Saison die Aufgabe, als jüngeren Jahrgang die C-Junioren-Landesliga zu halten, und vielleicht auch ein bisschen mehr zu erreichen ...“

SportNord: Wäre eine Zusammenarbeit der Vereine Bergedorf 85, Vier- und Marschlande und TSV Reinbek auch im Herren-Bereich wünschenswert und von Vorteil, um den Sprung in die Regionalliga schaffen zu können?
Würtz: „Wer sich in unserem Heimatgebiet ein wenig auskennt, der wird wissen, dass dieses schon historisch äußerst schwierig ist. Unter anderem hat sich die TSV Reinbek deswegen auch zurückgezogen. Sie haben nicht erkannt, welchen Nutzen sie aus der Jugendförderung für den Herren-Bereich ziehen können. Nun spielen sie nach dem Abstieg aus der Bezirksliga in der nächsten Saison in der Kreisliga – das ist doch für einen früheren Verbandsligisten sportlich nicht attraktiv! Das Ganze liest sich nun sicherlich ein wenig nach nachkarten ... Aber wenn man etwas Großartiges aufbaut, dieses von der Politik unterstützt wird, aber von älteren Herren, die immer nur in der Historie leben, boykottiert wird, ist es schon sehr frustrierend.
Derartige Probleme werden uns aber nicht von unserem Weg abbringen, das Konzept des JFV Jung-Elstern im Großraum Bergedorf durchzusetzen. Es ist aber noch zu erwähnen, dass jeder Verein aus dem Bezirk Bergedorf sich gerne dem JFV Jung-Elstern anschließen kann. Es sollen die talentierten und leistungsbereiten Jugendlichen bei uns eine sportliche Heimat finden, und nicht zwei bis drei Stunden tägliche Fahrzeit auf sich nehmen zu müssen, um zu den Leistungszentren vom HSV und FC St. Pauli zu gelangen. Die Jungs sollen sich in erster Linie um ihre schulische und berufliche Ausbildung kümmern, aber trotzdem die Möglichkeit haben Leistungsfußball auf einem sehr hohen Niveau spielen zu können.“


Interview: Johannes Speckner



Kommentare zum Artikel:
- RE: Jung-Elstern vs. FCB (Sammi 26.06.2009 12:01)
- Jung-Elstern vs. FCB (tisch 21.06.2009 01:01)





zurück

Druckversion